Februar 2010

Der Monat knüpfte mit seinem schneereichen Start nahtlos an die beiden ersten Wintermonate an. Tief "Miriam" ließ die Schneedecke in einigen Regionen Deutschlands auf einen halben Meter wachsen. Weitere Schneefalltage verursachten Engpässe bei der Streusalzversorgung, Verkehrsunfälle und Straßensperren. In Greifswald wuchs die Schneedecke auf beinahe 65 Zentimeter und damit über den Stand aus dem Katastrophenwinter 1979. An der Ostsee säumten Eismassen die Küste, die Fährverbindung nach Hiddensee war eingestellt. Selbst in den weißen Karnevalshochburgen rieselten am Rosenmontag neben Kamelle weitere Flocken. Ausschlaggebend war wiederum die fast zum Stillstand gekommene atlantische Zirkulation. Das Wetter bestimmten weitestgehend kaltluftgefüllte Tiefdruckgebiete über Nord- und Mitteleuropa.

Mit 25 Schneedeckentagen und einer Monatsdurchschnittstemperatur von +0,1 Grad (1 Grad unter dem Durchschnitt) ging der Februar insgesamt als richtiger Wintermonat in die Historie von Oberursel ein. Mit Ausnahme von 3 Tagen am Ende des Monats, gab es eine durchgehend geschlossene Schneedecke. Immer wieder bescherten Wolken leichten Nachschub von oben. Auto befreien bzw. Schneeschüppen war oft an der Tagesordnung. Die Rekordhöhe von 31cm am 02. Februar war der Höhepunkt. Die mächtige Schneedecke taute nur  sehr langsam, da es bis zum 22. des Monats immer wieder Nachfrost gab. Rodeln auf der Bleiche war fast die ganze Zeit  möglich. Allerdings war die große Euphorie schon wieder abgeebbt. Ab dem 11. Februar konnte man endlich das erste Mal auf dem zugefrorenen Maasgrundweiher Schlittschuhlaufen. Eine wärmende Schneedecke hatte ein starkes Zufrieren des Gewässers diesen Winter bis dato eine tragende Eisfläche verhindert. Nachdem die Schneedecke fast schon wegräumt war, brachte ein kleines „giftiges“ Schneetief, von Frankreich reinziehend, nochmals binnen 2 Stunden 10cm „Nachschlag“. Allerdings hat das Tief auch Warmluft Gepäck, so dass am 25. Februar nach 32 Tagen der gesamte Schnee weggetaut war. Eine warme Süd-West-Lage zog das Thermometer die letzten 5 Februartage über 10 Grad plus hoch. Turbulent endete der Monat mit dem Orkantief „Xynthia“. Leider gab der Windmesser der Station schon 2 Tage vorher den Geist auf. Der Orkan war vermutlich der stärkste im Vordertaunus seit Beginn der Wetterzeichnungen der Station.

Temp Schnee Winter 0910

Der Winter 2009/2010 hat in vielen Kindheitserinnerungen geweckt. Er hat gezeigt, dass es auch in Zeiten der nachweislich voranschreitenden Klimaerwärmung einen kalten Schneewinter geben kann. Dennoch wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit aber ein Außreisser bleiben. Wintermonate zeigen eine große Schwankungsbreite. Mit minus 0,5 Grad Durchschnittstemperatur von Dezember bis Februar in diesem Winter und plus 4,7 Grad im Winter 2006/2007 ist die Tatsache mehr als belegt.

Der Februar war mit insgesamt 75mm Niederschlag etwas feuchter als im Mittel. Der vorherrschende Tiefdruckeinfluss ließ der Sonne kaum Platz. Wie auch schon im Januar, schien die Sonne mit 35 Stunden nur sehr unterdurchschnittlich lang.

Hessen: Hier verbuchten die Klimaexperten des DWD im Februar 2010 eine mittlere Temperatur von -0,4°C (0,5°C) und eine Niederschlagsmenge von 59 l/m² (48 l/m²). Beim Sonnenschein war Hessen mit 34 Stunden (69 Stunden) das Schlusslicht.

 

   
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