Freitag, 08 Februar 2013 15:51

Gedanken zum Winter

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Schon jetzt kann man sagen, dass sich der Winter 12/13 für den Winterfreund in die Reihe der letzten Winter einreiht. D.h. wir kamen mindestens einmal in den Genuss von richtig nachhaltigem Winterwetter. Das war im Rückblick auf die letzten beiden Jahrzehnte nicht immer so. Diesen Winter kann man bereits Ende Januar zwei längere Winterphasen für Flachländer konstatieren. Allerdings so schön es ist - so schmal ist der Grad der Enttäuschung für uns 'Verwöhnte' - wenn es mal nicht für Rodeln und Schlittschuhlaufen reicht. Ein Rückblick auf die letzten Winter soll verdeutlichen, dass die jetzige Kindergeneration fast schon verwöhnt wurde:

2008/09 2 Wochen Januar
2009/10 Januar/Februar - 60 Schneedeckentage
2010/11 6 Wochen Dezember/Januar (43 Tage am Stück geschlossene Schneedecke)
2011/12 2 Wochen Februar
2012/13 1 Woche Dezember - 2 Wochen Januar ...

Bereits Anfang Dezember konnte eine dünne Schneedecke mehrere Tage die Landschaft verzaubern. Die Nachtfröste waren schon so stark, dass es fast zu Schlittschuhlaufen auf dem Maasgrundweiher gereicht hätte. Nachfolgendes Tauwetter und immer höher steigende Temperaturen ließen schon das Gefühl aufkommen, das wir es doch mit einem milden Winter zu tun bekommen würden....Grund hierfür waren atlantische Tiefdruckgebiete mit Winden aus Richtung aus West bis Südwest für fast Frühlingsgefühle sorgten.

Jedoch kam der Flachland Winter Mitte Januar wieder zurück. Dauerfrost und immer wieder kleine Schneefallgebiete brachten auch eine dünne Schneedecke. 10 cm Schnee reichten in der 4. Januarwoche für Rodelvergnügen auf der Bleiche in der Altstadt. Die Bäume hatten tagelang ihr weißes Kleid auf den Ästen. Auf dem kleinen Feldberg lag kaum mehr Schnee. Einher kam das perfekte Winter Wetter mit Dauerfrost. Allerdings gab es im Prinzip keinen einzigen Tag mit Sonnenschein. Was dazu führte, das der Frost sich meist nur im leichten Frost Bereich von 0 bis -5 Grad bewegte. Das Potential für strenge Fröste war eigentlich gegeben. Der Maasgrundweiher konnte aufgrund dessen nur langsam sein Eis bilden. Am Ende konnten noch mutige Schlittschuhlauffans zwei Tage Eishockey spielen, ehe diese zweite hochwinterliche Phase durch ein atlantisches Sturmtief aus Südwest beendet wurde. Markant, in den zwei Wochen schönstes Winter Wetter, war in der Mitte eine Eisregenphase. Grund hierfür war das Standhalten von osteuropäischen Hochdruck und deren bodennaher Kaltluft gegen warmen Tiefdruck auf dem Atlantik. Die warmen Luftmassen mussten auf die Kaltluft auf gleiten. So waren es an diesem Sonntag, dem 20. Januar 2013 +5 Grad in 1500 Metern Höhe. Am Boden wurde hingegen die 0-Grad Grenze nicht überschritten. Nachfolgender Schneefall machte die 2. Winterwoche in Folge perfekt.

Ende Januar und Anfang Februar herrschte wieder die warme Luft in Deutschland. Erneut gingen die Temperaturen drauf auf bis zu 12 Grad. D.h. die Temperatur Kurve bis dato gefällt der eines Oszillators.

Sehr kalt - sehr warm - sehr kalt - sehr warm - ???

 

Nun bleibt die Frage zur weiteren Entwicklung des Wetters im dritten Winter Monat Februar. Die Vorhersagemodelle prognostizieren, entgegen meiner Erwartung, eine erneute und damit 3. Winterepisode in Deutschland. Allerdings werden keine besonders tiefen Temperaturen (Im Vergleich: -10 Grad Durchschnittstemperatur 1. Februar Dekade 2012) erreicht werden. Trifft es aber tatsächlich so ein, dass wir wieder Dauerfrost und auch eine Schneedecke bekommen, könnte man das subjektive Gefühl bekommen, dass die Winter in den letzten Jahren wieder winterlicher geworden sind. Man könnte sogar von einer neuen Qualität sprechen. Waren es in den letzten Jahren immerhin schon eine lange winterliche Periode so sind es in diesem Winter schon deren drei! Dazu kommt interessanterweise, dass die Durchschnittstemperaturen von Dezember (+2,7) und Januar (+1,3) in der Summe noch nicht einmal negativ sind. Grund hierfür sind die starken zwischenzeitlichen "Warmphasen" in den Monaten. (Siehe Grafik)

Dabei kommt mit dem März sogar noch eine weitere Option für mindestens ein Winterintermezzo. Wollen wir aber nicht gleich den `Morgen vor dem Abend loben`.

Es bleibt also weiter spannend.

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