Mittwoch, 06 Januar 2021 09:57

Schnee, Schnee Schnee - nur nicht im Vordertaunus

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Aus aktuellem Anlasse habe ich mir mal den Spaß gemacht das Wort SCHNEE im DWD-Wetterbericht zu highlighten.

So oft konnte man in den letzten Jahren keinen Bericht in dieser "Schnee"-Form lesen! :)
Mal sehen, ob wir hier im Vordertaunus auf ca. 200-300 Meter bis Freitag nochmal eine Schneedecke bekommen. Aktuell 0 cm. ;)

 

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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 06.01.2021 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL TM
Winterlicher Witterungsabschnitt mit Schneefall im Bergland, in Staulagen auch
bis runter. Sonst vor allem nachts Glätte durch überfrierende Nässe oder
Schneematsch.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
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Mittwoch... befindet sich ein umfangreiches Höhentief mit Drehzentrum etwa über
der Schweiz und beeinflusst große Teile Europas. Nördlich davon gibt es hohes
Geopotential und so erstreckt sich auch am Boden eine Hochdruckbrücke vom
Atlantik über Schottland bis nach Skandinavien.

Für Deutschland ist damit Tiefdruckeinfluss wetterwirksam, wobei zwei
unterschiedliche Tiefdruckzentren Einfluss haben. Ein erstes Bodentief befindet
sich vorderseitig des Höhentiefzentrums über Norditalien. An seiner Nordseite
werden feuchte Luftmassen herumgeführt und können von Tschechien und Österreich
kommend auf den Süden Deutschlands übergreifen. Damit gibt es bereits aus der
Nacht heraus im Süden länger andauernde Schneefälle, die bei Werten um den
Gefrierpunkt und negativen Belagstemperaturen auch verbreitet zur Ausbildung
einer Neuschneedecke geführt haben. Die Schneefälle halten auch über den Tag
hinweg an, sodass im Laufe des Tages noch einige Zentimeter Neuschnee
hinzukommen können. Bis zum Abend werden in einem 12h Zeitraum im
Schwerpunktbereich zwischen München und der Donau 4 bis 7 cm simuliert.

Ein zweites Tief liegt vorderseitig einer kurzwelligen Störung noch über Polen
und bewegt sich langsam auf Westkurs in den Nordosten Deutschlands, wo es dann
unter Abschwächung zum Liegen kommt. Damit verbunden sind Aufgleitniederschläge
die von Polen kommend auf den Nordosten und Norden übergegriffen haben und sich
nun allmählich in Richtung Nordwesten ausbreiten. Die Feuchttemperatur liegt
meist zwischen 0 und 1 Grad, sodass die Niederschläge im Norden zumeist als
Schnee fallen. Bei leicht positiven Temperaturen, dürfte allerdings allenfalls
etwas Schneematsch zu Glätte führen und sich keine Schneedecke ausbilden können.
Weiter nach Süden (Sachsen-Anhalt, Brandenburg) liegen die Feuchttemperaturen
noch etwas höher, sodass dort vielfach Regen oder Schneeregen fällt. Bei
stärkerer Niederschlagsintensität sich sicherlich auch mal vorübergehend
Schneematsch und Glätte denkbar), die von ICON und SNOW prognostizierte
Schneedecke von mehreren Zentimeter erscheint aber bei leicht positiv
prognostizierten Belägen wenig realistisch. Anders im Mittelgebirgsbereich, wo
wiederholte Schneeschauer zum Anwachsen der Schneedecke um wenige Zentimeter im
Tagesverlauf führen können. Insbesondere im Nord, später auch Nordweststau des
Harzes sind durchaus auch um 10 cm Neuschnee bis zum Abend möglich.

Am Nachmittag und Abend verlagert sich das Niederschlagsgebiet dann immer mehr
in den Nordwesten und Westen Deutschlands. Weiterhin fällt häufig Schnee, der
aber zumeist nicht liegen bleibt. Etwas anders sieht es im Rückstau von Harz und
Weserbergland aus. Durch fortwährende Niederschläge kann sich dort ein gewisser
Kältepool bilden, sodass dort der Schnee bei negativen Belagstemperaturen auch
zunehmend liegen bleiben soll. Dieser Prozess verstärkt sich nochmal in den
Nachtstunden auf Donnerstag, sodass sich von Westfalen und Südniedersachsen bis
nach Nordhessen die Ausbildung einer dünnen Schneedecke realistisch erscheint.
Sonst dürfte es zumeist unkritisch sein. Insbesondere vom Niederrhein bis zum
Emsland dürfte es nicht für eine Schneedecke reichen. Sonst ist zumindest
vorübergehende Glätte und
damit eine Glättewarnung das Mittel der Wahl.

Im Süden halten in den Nachtstunden die Niederschläge ebenfalls noch an, sodass
dort noch ein paar Zentimeter Neuschnee hinzukommen können. Die Intensität lässt
im Verlauf der Nacht aber immer weiter nach.

Über der Mitte, abseits der beiden Niederschlagsschwerpunkte kann es bei
Tiefstwerten um 0 Grad gebietsweise Glätte geben. In den Mittelgebirgen kann es
noch zeitweise Schneeschauer und ein wenig Neuschneezuwachs geben.

Bleibt zu guter Letzt noch der Wind zu erwähnen. Dieser weht an der Ostsee noch
stark böig, lässt aber im Tagesverlauf nach. Auch an der Nordsee führt der
nördliche Wind zu Bft 7 Böen.


Donnerstag... bildet sich ein Scherpunktzentrum des Höhentiefs über Polen aus.
Damit bleibt auch am Boden eine Tiefdruckrinne liegen, die sich vom Schwarzen
Meer bis in den Norden Deutschlands erstreckt. Die daran gekoppelten
Feuchtefelder haben Deutschland weiter fest im Griff. Die Niederschläge
betreffen schwerpunktmäßig den Westen und Nordwesten Deutschlands. Die
prognostizierten Feuchttemperaturen liegen ausgenommen der Küsten im Bereich um
den Gefrierpunkt, sodass meist Schnee fallen sollte. Ein Neuschneezuwachs ist
allerdings weiter in den bereits am Vortag angesprochenen Gebieten zu erwarten.
Dies betrifft bei einer östlichen Bodenströmung den Rückstau vom Weserbergland
sowie in Südniedersachsen den Harzstau. Dort sind bis zum Abend in 12 h um 5 cm
denkbar, im direkten Stau örtlich auch noch darüber.

Auch sonst kann es im Mittelgebirgsumfeld ein paar Schneeschauer geben, die aber
zu keinem signifikanten Neuschneezuwachs führen dürften.

Im Süden ist es weitgehend trocken und es können sich im Tagesverlauf auch
einige sonnige Aufhellungen zeigen. Dort sorgen ein flacher Rücken und ein
Bodenhochkeil für Absinken.

Im Bergland bleibt es dauerfrostig, während sonst leichte Plusgrade erwartet
werden, ausgenommen der angesprochenen Gebiete mit den intensiveren
Schneefällen.

In der Nacht auf Freitag halten die Niederschläge im Westen an und können sich
noch etwas nach Süden bis ins nördliche Baden-Württemberg ausweiten. Dabei fällt
abgesehen vom Niederrhein weiterhin vielfach Schnee. Es bleibt dabei, dass
vornehmlich im Rückstau der westlichen Mittelgebirge bis in tiefe Lagen die
Ausbildung einer Schneedecke wahrscheinlich erscheint. Ab etwa 200 m können
durchaus 2 bis 7 cm, lokal auch darüber fallen. In den Ballungszentren dürfte es
hingegen oft bei Schneematsch bleiben. Zumindest vorübergehend ist bei stärkeren
Niederschlägen eine Glättesituation denkbar.

Auch sonst gibt es bei Tiefstwerten um den Gefrierpunkt gebietsweise Glätte.
Entlang und südlich der Donau gibt es größere Wolkenlücken, teils ist es
sternenklar. Dort ist mäßiger Frost, über Schnee an den Alpen auch strenger
Frost zu erwarten.

Freitag... bleibt übt das Höhentief weiter Einfluss auf Deutschland aus. Am
Boden liegt eine Tiefdruckrinne noch über dem Norden Deutschland, schwächt sich
aber im Tagesverlauf ab, sodass sich von Westen kommend der Hochdruckeinfluss
verstärkt.

Abgesehen vom Süden gibt es weiterhin gebietsweise Niederschläge, meist in Form
von Schnee. Der Schwerpunkt wird von den verschiedenen Modellen noch
unterschiedlich vorhergesagt. Im Mittel wird der Schwerpunkt aber vom nördlichen
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bis in die zentralen Landesteile
vorhergesagt. Es bleibt dabei, das vornehmlich im Weststau der Mittelgebirge
durchaus auch bis in tiefe Lagen eine Schneedecke möglich ist. In den westlichen
und zentralen Mittelgebirgen ist allgemein mit einigen Zentimetern Neuschnee zu
rechnen, im Stau auch über 5 cm.

Auch sonst kann es bei intensiveren Niederschlägen durch Schneematsch
vorübergehend mal für Glätte reichen. Allgemein dürfte aber das Tiefland eher
unkritisch sein.
Im Süden sorgt der Bodenhochkeil ohnehin für teils freundliches Wetter,
insbesondere in Alpennähe scheint die Sonne auch länger.

In der Nacht auf Samstag gibt es vornehmlich im Bergland weitere Schneefälle,
aber mit abnehmender Intensität. Dort ist noch ein geringfügiger
Neuschneezuwachs zu erwarten. Sonst muss bei Tiefstwerte um und unter dem
Gefrierpunkt aber gebietsweise mit Glätte durch überfrierende Nässe gerechnet
werden.

Im Süden gibt es bei Auflockerungen teils mäßige Nachtfröste, in Alpentälern
über Schnee teils auch strengen Nachfrost.

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